Wie erkenne ich, ob der Akku meines Schlagschraubers kaputt ist?

Du stehst mitten beim Reifenwechsel und dein Schlagschrauber hat plötzlich kaum noch Kraft. Oder der Akku lässt sich nicht mehr aufladen. Vielleicht wird der Akku ungewöhnlich heiß während des Betriebs. Solche Situationen sind ärgerlich. Sie können aber auch gefährlich sein. Ein defekter Akku kann deinen Arbeitsfluss stören. Er kann Werkzeuge unzuverlässig machen. Im schlimmsten Fall entsteht ein Sicherheitsrisiko durch Ausfall oder Überhitzung.

Deshalb ist eine klare Diagnose wichtig. Eine genaue Überprüfung spart dir Geld. Du vermeidest unnötige Ersatzkäufe. Du schließt Sicherheitsrisiken aus. Du schonst die Umwelt, weil du Akkus nur dann ersetzt, wenn es wirklich nötig ist. Eine saubere Diagnose zeigt, ob der Akku, das Ladegerät oder das Gerät selbst das Problem ist.

In diesem Ratgeber lernst du, wie du typische Fehlerbilder erkennst. Du bekommst einfache Prüfmethoden für zuhause oder die Werkstatt. Du erfährst, welche Symptome für einen defekten Akku sprechen. Du lernst, wann ein Akku repariert werden kann und wann ein Austausch sinnvoll ist. Am Ende kannst du sicher einschätzen, ob der Akku deines Schlagschraubers noch taugt oder ersetzt werden sollte.

Praktische Analyse und Prüfmethoden

Bevor du mit Messgeräten arbeitest, verschaffe dir einen Überblick. Prüfe sichtbare Schäden wie Verformungen oder Risse. Riecht der Akku verbrannt oder ist er angeschwollen, dann benutze ihn nicht weiter. Viele Probleme lassen sich durch einfache Tests unterscheiden. So findest du heraus, ob Akku, Ladegerät oder das Gerät selbst das Problem ist.

Worauf du achten und wie du messen kannst

Symptom Mögliche Ursache Einfache Messmethode Sofortmaßnahme / Lösung
Plötzlich leistungsverlust beim Arbeiten Zellen haben hohe Innenwiderstände. BMS schaltet Leistung zurück. Spannungsprüfung mit digitalem Multimeter an Akkukontakt im Ruhezustand und unter Last. Beispielgerät: Fluke 117. Vergleich mit Ersatzakku oder neuem Akku. Wenn Spannung unter Last stark zusammenbricht, Akku ersetzen.
Akku lädt nicht mehr oder Lade-LED blinkt dauerhaft Defektes Ladegerät, defektes Ladeelektronik im Akku, fehlerhafte Zellen. Ladegerät auf Ausgangsspannung prüfen. Ladestrom mit Multimeter oder Zangenamperemeter messen. Prüfe Ladeanzeige am Akku. Ladegerät mit anderem Akku testen. Lädt ein anderer Akku, Akku tauschen. Lädt keiner, Ladegerät prüfen oder ersetzen.
Akku wird ungewöhnlich heiß Innenkurzschluss oder defekte Elektronik. Temperaturanstieg durch hohen Innenwiderstand. Bei Kurzzeitbetrieb Temperatur mit Hand prüfen. Bei starkem Erwärmen Akku außer Betrieb nehmen. Für genaue Messung Thermometer oder IR-Thermometer nutzen. Akku sofort aus dem Gerät nehmen. Nicht weiterladen. Akku sicher entsorgen oder vom Service prüfen lassen.
Deutlich reduzierte Laufzeit gegenüber früher Zellalterung durch viele Ladezyklen. Kapazitätsverlust. Praktischer Belastungstest: volle Ladung, Zeit stoppen bis definierter Abbruch (z. B. Tool läuft nicht mehr mit voller Leistung). Kapazität abschätzen. Wenn Laufzeit deutlich unter der Hälfte des Neuzustands liegt, Ersatz erwägen. Akku-Recycling beachten.
Akku hat sichtbare Schäden oder ist aufgebläht Mechanische Beschädigung oder chemische Reaktion. Gefahr von Leckage oder Brand. Sichtprüfung. Keine elektrischen Tests durchführen, wenn Akku außen beschädigt ist. Akku isoliert lagern und fachgerecht entsorgen. Nicht weiterverwenden.

Konkrete Messschritte bei Spannungsprüfung

  • Multimeter auf Gleichspannung (DC) einstellen.
  • Akku voll geladen messen. Vergleichswerte: Bei 18 V-Nennsystem liegt die Leerlaufspannung nahe 20 V bis 21 V, je nach Zellchemie. Deutlich niedrigere Werte deuten auf Fehler hin.
  • Akku ins Gerät einsetzen und Werkzeug kurz mit Last betreiben. Spannung erneut messen. Starkes Einbrechen zeigt hohen Innenwiderstand.

Wichtig: Arbeite vorsichtig. Trage Schutzbrille und Handschuhe bei beschädigten Akkus. Wenn du unsicher bist, lass den Akku von einem Fachbetrieb prüfen.

Empfehlung: Führe zuerst die einfachen Vergleiche durch. Teste mit einem bekannten guten Akku und mit dem bekannten Ladegerät. So grenzt du die Fehlerquelle schnell ein. Wenn Messungen auf Zellen- oder BMS-Defekt hindeuten, ist ein Austausch meist die beste Lösung. Achte auf fachgerechte Entsorgung alter Akkus.

Kurze Fehlerübersicht und schnelle Hilfe

Wenn der Akku deines Schlagschraubers Probleme macht, hilft eine strukturierte Fehlersuche. Die Tabelle unten zeigt typische Symptome, wahrscheinliche Ursachen und konkrete Schritte, die du sofort durchführen kannst. Die Lösungen sind praxisnah und auch ohne große Werkstattausrüstung umsetzbar.

Problem Wahrscheinliche Ursache Konkrete Lösung / Schritt-für-Schritt
Akkustand sinkt sehr schnell Zellalterung oder Kapazitätsverlust durch viele Ladezyklen
  1. Akku vollständig laden.
  2. Belastungstest: Schrauber normal verwenden und Laufzeit stoppen.
  3. Mit Herstellerangabe oder neuem Akku vergleichen.
  4. Bei deutlichem Minderwert Akku ersetzen und fachgerecht entsorgen.
Akku lädt nicht oder Ladeanzeige blinkt Defektes Ladegerät, Kontaktprobleme oder Fehler in der Ladeelektronik des Akkus
  1. Kontakte am Akku und Ladegerät reinigen.
  2. Anderen Akku im Ladegerät testen.
  3. Wenn anderer Akku lädt, Akku ersetzen. Wenn keiner lädt, Ladegerät prüfen oder ersetzen.
  4. Bei Unsicherheit Service kontaktieren.
Akku wird sehr heiß Innenkurzschluss, hoher Innenwiderstand oder gestörte Elektronik
  1. Akku sofort aus dem Gerät nehmen.
  2. Nicht weiterladen und Akku isoliert lagern.
  3. Auf äußere Beschädigungen prüfen.
  4. Bei starkem Erwärmen oder Beschädigung Akku fachgerecht entsorgen oder zum Service bringen.
Plötzlicher Leistungsverlust unter Last Hoher Innenwiderstand der Zellen oder Schutzschaltung (BMS) greift
  1. Spannung im Ruhezustand mit Multimeter messen.
  2. Spannung unter Last messen. Starkes Einbrechen ist ein Indiz für Fehler.
  3. Mit einem bekannten guten Akku vergleichen.
  4. Defekten Akku ersetzen.
Akku ist aufgebläht oder sichtbar beschädigt Mechanische oder chemische Schädigung. Gefahr von Leckage oder Brand
  1. Akku nicht mehr verwenden.
  2. Schutzbrille und Handschuhe tragen.
  3. Akku in geeignetem Behälter sicher lagern.
  4. Fachgerechte Entsorgung beim Recyclinghof oder Händler veranlassen.

Fazit: Beginne immer mit einfachen Checks. Prüfe Kontakte, Ladegerät und vergleiche mit einem bekannten guten Akku. Messen liefert klare Hinweise. Bei starken Abweichungen oder Beschädigungen ist Ersatz die sicherste Lösung. Entsorge alte Akkus fachgerecht.

Schritt-für-Schritt-Diagnose des Akkus

Diese Anleitung führt dich systematisch durch die Prüfung eines Schlagschrauber-Akkus. Die Schritte sind für Heimwerker und Werkstätten geeignet. Du brauchst nur grundlegende Werkzeuge. Arbeite ruhig und sorgfältig. Trage Schutzbrille und Handschuhe bei Prüfungen an beschädigten Akkus.

Benötigte Werkzeuge und Hilfsmittel

  • Digitales Multimeter, z. B. Fluke 117
  • Zangenamperemeter oder Strommesszange
  • IR-Thermometer oder kontaktloses Thermometer
  • Stopuhr oder Timer
  • Bekannter guter Ersatzakku oder funktionierendes Ladegerät
  • Werkzeug zum Betrieb des Akkus für Belastungstests
  1. Visuelle Prüfung

Untersuche den Akku auf Risse, Verformungen oder Aufblähung. Riecht der Akku nach Chemie oder ist er aufgebläht, verwende ihn nicht weiter. Solche Akkus sofort sicher lagern und fachgerecht entsorgen. Öffne niemals das Akkupack.

  • Kontakt- und Ladeprüfung
  • Reinige die Akkukontakte mit trockenem Tuch. Setze den Akku ins Ladegerät. Beobachte die Ladeanzeige. Lädt der Akku nicht oder blinkt eine Warn-LED, teste das Ladegerät mit einem anderen Akku. Wenn ein anderer Akku lädt, liegt das Problem am Akku. Lädt keiner, ist das Ladegerät wahrscheinlich defekt.

  • Leerlaufspannung messen